Gardasee: 17 Klettersteige und „Che Guevara“

In „Casto“ unterhalb des Idrosee´s gibt es an einem Ort 17 Klettersteige von A-F. Es lohnt sich, diesen Klettersteigpark im Rahmen eines Gardasee-Urlaubs zu besuchen. Von Riva aus sind es ca. 68 km über den Ledrosee und Storo nach Casto. Allerdings dauert die Fahrt gute 90 Minuten (Achtung, gefühlte 60 fest installierte Blitzer). Der Parkplatz und das Begehen des Klettersteigparks ist Eintritts frei.  Denke, dass die zwei aufgebauten Flyingfox-Anlagen etwas kosten (Rollen waren bei meinem Besuch mit einem Schloss gesichert, s. Bild). Das Restaurant war am Montag, den 8.10. geschlossen (hatte dort wohl im Dachgeschoss gebrannt). Es gibt eine Seilrutsch-Anlage, dort muss jedoch die Seilrolle selber mitgebracht werden. Frei zugänglich ist eine schöne, ca. 80 Meter lange Nepal-Brücke (B/C, max. gleichzeitig 4 Personen zulässig). Diese, wie auch ein sehr schöner Kinder-Übungsanlagenpark (A-B) zählen nicht zu den nominal 17 Klettersteigen.

Wenig Infos sind im Internet zu finden.  Einzig bei Bergsteiger.com: „Feratta Casto Klettersteigpark“. Mit diesem Übersichtstopo und der Beschilderung vor Ort findet man sich sehr gut zu recht.

An diesem Montag waren nur etwa ein Dutzend Kletterer im Park. Ob es daran lag, dass die Saison und auch die Münchner Invasion am Gardasee über den Tag der Deutschen Einheit vorbei war?

Meine Empfehlung für die Klettersteigrunde im mittleren Schwierigkeitsgrat:  

Nr. c: Stretta di Luina (C), sehr schöner Schluchten Klettersteig (besser als der Rio Sallagoni in Drena), dauert ca. 1,5 Stunden.

Nr. d: Feratta Dragona (C), schöne Querung zur Grotte Dragona, dauert auch ne Stunde; es gibt die Möglichkeit, auf halber Strecke auf einer wackligen Drahtseilleiter (D/E) zu turnen oder den den oberen Teil des Klettersteigs Nr. 12 (D/E) mitzunehmen und dort auf einer Felsnadel die Aussicht zu genießen. Am Ende des Dragona trifft man auf 4 sportliche, kurze Routen – Ich machte den KST Nr. 7, der zwar mit C bewertet ist, jedoch nach meiner Meinung eher ein D KST ist. Es geht 30 Meter leicht überhängend und ohne Tritte senkrecht hoch. Schwächere oder Kinder sollte man da besser nachsichern. Klettersteig Nr. 8 und Nr. 9 laufen oben zusammen – schön ist  Nr. 8 ( D), der ist gut gemacht. Nr. 10. oder Nr. 11. die sind allerdings mit D/E recht knackig. Nr. 2: (C/D), aktuell wegen Baumaßnahmen gesperrt – schön steil!

Meine Empfehlung der Klettersteigrunde für den oberen Schwierigkeitsgrat:  

Nr. 1. La Strega (mit Kletterschuhen), schön und 2017 neu angelegt, dauert zwischen 20 und 60 Minuten, je nachdem wie oft und lange Mann/Frau in der Brotzeitschlinge hängt. Der Felsen befindet sich gleich am Eingang, kommt an der Hexenhöhle vorbei.

Nr. a. und Nr. b. ( D/E)  sind ebenfalls neu und nur mit Kletterschuhen hat man eine Chance, auf einen Felsennippel zu treten und die Arme etwas zu entlasten. Dauer je nach dem 30 – 60 Minuten

Nr. 12. Der längste im Schwierigkeitsbereich E dauert mit Sicherheit ne Stunde.

Pausen und Stärkung am Rifugio Ristore ca dela stree (Öffnungszeiten nicht ersichtlich gewesen).

Endlich eine schöne Abstiegsvariante für die Super Feratta Ernesto Che Guevara

Die Via Che Guevara ist ganz klar der schönste Klettersteig in der Gardaseeregion. Da steht man auf dem Parkplatz (Steinbruch) und guckt hinauf in den gigantischen, fast anderthalb Kilometer hohen Ostabsturz des Monte Casale, kriegt eine leichte Genickstarre dabei und denkt: “ Unmöglich“ und dann “ Fantatisch“.

Einziger Wermutstropfen war für mich bis jetzt der 1400 Höhenmeter lange, eher langweilige Abstieg in der nachmittags Hitze – grrrr. Beide Abstiegsvarianten halt 1400 Höhenmeter und 3 – 4 Stunden. Bergsteiger.com und auch andere Kletterführer bieten da zwei Lösungen: 1. ein zweites Auto an der Tunnelstraße (400m) deponieren, spart ca 1-2 Stunden oder 2. andere Richtung bis Camondo 619 m absteigen, dort MTB deponieren oder mit dem Taxi zurück (spart zeitgemäß nix), die jedoch alle für mich zu umständlich sind.

Die optimale Abstiegs-Lösung für mich ist:

Neuerdings hängt an dem Rifugio Don Zio (10 Minuten vom Gipfel Mote Casale) ein Holzschild mit der Rufnummer eines Taxi Transfers, der direkt an der Hütte die Gäste abholen darf (Mautstraße). Kommt mit einem Landrover und nimmt 6 – 8 Fahrgäste mit. Mit 6 Gästen kostet es pro Nase 15,00 Euro und ist man in 40 Minuten Knie schonend wieder am Ausgangsparkplatz.

Jetzt mache ich den Che Guevara wieder öfters; nächstes Mal bei der DAV Neu-Ulm Klettersteigwoche im April 2019.

Bilder in den nächsten Tagen

 

Bilder Klettersteigpark:

Bilder Che:

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