Bei der Auffrischung der Spaltenbergung brachten wir uns gemäß der DAV-Lehrmeinung auf einen einheitlichen Stand. Wir stellten während unserer Übung fest, dass durch die Methode mit der Mini-/Microtraxion bei der „Losen Rolle“ eine Person ausreicht, um einen Verunglückten aus der Spalte zu ziehen. Gleichzeitig übten wir die klassische Spaltenbergung mit Prusikknoten als Rücklaufsperre.
Am eher weichen und porösen Eisblock vor der Hütte bauten alle eine „Abalakov – Eissanduhr“ und überprüften mit Ausreißversuchen die Standfestigkeit. Außerdem bauten wir einen Standplatz als Reihenschaltung mit einem „weichen Auge“.
Für die Schneeschuhhochtour wählten wir gemäß dem angespanntem LLB die Innere Sommerwand (3122m). Von der Hütte stiegen wir den breiten Rücken in Richtung Stiergschwez nach oben. Danach ging es in angenehmer Steigung weiter über den Sommerwandferner zum Schneeschuhdepot. Wir legten die Steigeisen an und kletterten über einen steilen Aufschwung (altes Fixseil) in die Kräulscharte. Über einen teilweise ausgesetzten Blockgrat versicherten wir nun 3-mal mit 50 Meter Fixseilen die Route zum Gipfel. Die Innere Sommerwand hat ein imposantes Gipfelkreuz mit Gipfelbuch. Von hier aus hatten wir einen absoluten traumhaften Rundumblick! Nach fast 9 Stunden waren wir zurück auf der Hütte.
Die Zeit am Abend nutzten wir noch zur Kartenkunde mit Kompassausbildung. Mit dem Planzeiger ordneten wir rund um die Hütte die Marschkompasszahlen zu. Das kann im Gelände im Notfall sehr hilfreich sein, sollten mobile Geräte ausfallen.
Weitere nützliche alpine Themen arbeiteten wir auf dem hüttennahen Edelweiß Klettersteig ab, der größtenteils schon schneefrei war. Eine längere C/D Seillänge sicherten wir mit dem Tuber ab und lernten praktikable Lösungen dafür. Ein breites Band eignete sich zum Einrichten einer Abseilstelle. Dazu verbanden wir unsere zwei 50-Meterseile mit einem Sackstich. Für Beate war das eine Erstausbildung und dies gleich 50 Meter senkrecht nach unten – Gut gemacht!
Am Abstiegstag hatten wir schönes sonniges Wetter und wir bewunderten die schneefreien Almwiesen um die Oberissalm auf 1742m mit zahlreichen blauen und weißen aufblühenden Krokussen. Einfach traumhaft! Der Gepäcktransport durch das Hüttenteam hat auch gut geklappt und die 3 Teilnehmer des Ulmer Autos nahmen auf der Rückfahrt noch den Kaiser Max Klettersteig an der Martinswand mit, der schon seit ein bis zwei Monaten schneefrei ist.
Fazit – Es war eine gelungene DAV-Tour, trotz schwieriger Lawinenlageberichte. Wir machten das Beste daraus und konnten alle unser Bergwissen festigen oder Neues hinzulernen.







































