Alpine Welten Silvestertour 2025

Der Schnee fehlte am 30.12.2025 noch unten in Gschwend aber die in weißen Raureif gehüllte Landschaft zeigte, dass es Winter war. So begrüßten wir uns am kostenlosen PKW-Parkplatz des Neuhornbachhauses, welcher sich an der ehemaligen Materialbahn befindet. Da es auch auf den nächsten 850 Höhenmetern bis zur Hütte an Schnee mangelte, transportierte der Hüttenwirt unser Schneeschuhtourenmaterial im Kleinbus nach oben und wir starteten unsere Tour zwar ohne Schnee jedoch gutgelaunt und neugierig auf das was uns erwartete. Und welch ein Glück – Schnee und Eis empfingen uns auf den letzten Höhenmetern bis zum Neuhornbachhaus. Nach diesem Aufstieg in frischer Bergluft schmeckte die heiße Mittagssuppe in der Hütte besonders gut. Obwohl sich die Sonne immer stärker hinter Wolken und Nebel versteckte, ging es hinaus zur Ausbildung an dem LVS-Gerät und zu einer Tour zum Neuhornbachjoch auf 1845m. Der immer dichter werdende Nebel verwehrte die Sicht auf die Berge aber jeder konnte das Laufen mit Schneeschuhen im unterschiedlichsten Gelände testen. Für einige war es das erste Mal.

Nach Rückkehr freuten wir uns über die warme Dusche und einige nutzten auch die gratis Sauna mit dem Whirlpool. Überrascht wurden wir von dem hervorragenden Hüttenabendessen, welches mit einer leckeren Vorsuppe und einem reichhaltigen Salatbuffet ergänzt wurde. Gute Gespräche und gemeinsame Spiele wie Mäxle oder Triominos am großen Tisch machten den Abend so richtig gemütlich.

Der letzte Tag im Jahr 2025 begrüßte uns mit strahlender Morgensonne und eisigen Temperaturen. Durch kluge Wegstreckenplanung über die Südseite auf das Steinmandl machte uns die Sonne die Minusgrade erträglich. Einsam erreichten wir den Modegipfel und ich wunderte mich, dass wir eine halbe Stunde ganz allein diese wunderbare Aussicht bei Traumwetter genießen konnten. Erst am Abstieg trafen wir auf erste Tourengeher von der deutschen Seite. Wahrscheinlich lag es daran, dass die Schwarzwasserhütte wegen Umbauarbeiten geschlossen war.  Wir stiegen über ein Tobel in Richtung Hählekopf wieder bergan und überquerten tiefe Gräben. Auf dem Gerlachsattel genossen wir in der Nachmittagssonne unsere Pause mit Bergpanorama. Wieder gestärkt ging es unverspurt über die Grenzhütte zum steilen Aufstieg des Neuhornbachjochs hinauf. Dort teilten wir uns in zwei Gruppen. Wer es gemütlich wollte, stieg den gespurten Weg zur Unterkunft ab und gönnte sich auf der Terrasse im Abendsonnenlicht eine heiße Schokolade.  Die Gipfelhungrigen bestiegen mit mir noch das Kreuzmandl, was in den Karten keine eingezeichnete Schneeschuhtour ist. Am Schlussgipfelgang wechselten wir von Schneeschuhen auf Grödel. Somit ging es sicher zum 2023 neu aufgestellten Gipfelkreuz. Auch ich kannte es noch nicht. Inzwischen war es saukalt und wir sputeten uns, zur Hütte zu kommen.

Noch vor Dunkelheit erreichten wir sie und freuten uns riesig über die heiße Sauna und eine wohlverdiente Pause bis zum Silvestermenü. Das Hüttenteam verwandelte in dieser Zeit alle Tische in eine festliche Silvestertafel. Die Köchinnen Ilonka und Anna zauberten uns ein Silvestermenü mit einer leckeren polnischen Žurek, einem üppigen Salatbuffet und als Hauptgericht ein Käse- und Fleischfondue. Einfach spitze!  Josef, der Schwabe, der die ganze Hütten- und Gasthausorganisation mit Bravour meisterte, bediente uns persönlich. Nach dem ausgedehnten Festmahl blieb bis zum Jahreswechsel wenig Zeit für Spiele. Aber was gibt es Schöneres als bei sternenklarer Nacht mit Bergkulisse, mit Wunderkerzen, mit Feuerwerk und lieben Menschen in das neue Jahr hinein zu feiern!

Und wenn ein Jahr mit einer Neujahrstour auch noch so schön beginnt, muss es ein Gutes werden. Mit strahlend blauem Himmel starteten wir Richtung Falzer Kopf 1980 m, der immer noch kein Gipfelkreuz besitzt. Heute wehte zur Sonne ein eisiger Wind, der erst ab dem Pudelkopf 1950m nachließ. Den ursprünglichen Plan, den steilen Sommerweg Richtung Skigebiet abzusteigen und zum Kenzlesattel aufzusteigen, hatte ich nach Prüfung der Lage vor Ort verworfen. Trotz des günstigen Lawinenlageberichts war mir der unverspurte verwehte Trail zu steil und so entschlossen wir uns, über die sonnige Südflanke des Falzer Kopf zum Neuhornbachjoch zu queren. Über den Spichergraben stiegen wir auf den schönen Bergrücken vor dem Subersachtal auf und genossen die Sonne und die tolle Aussicht. Immer auf dem Rücken des Bergkammes ging es weiter bis zum Kreuzlesattel auf 1800m. Die Nachmittagssonne zauberte der Schneelandschaft noch einmal ein besonderes Glitzern hervor. Eine Freude für die Fotografen! Aber die eisige Kälte machte sich immer mehr bemerkbar, so dass es uns zur Hütte mit heißer Dusche oder Sauna zurückzog. Den letzten Abend im Neuhornbachhaus ließen wir in geselliger Runde und mit Käsespätzle und weiteren kulinarischen Genüssen ausklingen.  

Noch einmal ließen wir uns am 02.01.2026 das exzellente Frühstück schmecken, bevor wir den Abstieg bei nun schlechtem Wetter über die Falzeralpe nach Schoppenau angingen. Einige Wissbegierige wollten noch eine Abschlussübung mit dem LVS-Gerät erleben. Diesen Wunsch erfüllte ich sehr gern.

Wir alle konnten einen wirklich schönen Jahreswechsel auf der Habenseite des Lebens verbuchen.

Da Alpine Welten das komplette Schneeschuhmaterial zur Verfügung stellt, erleichtert das die Entscheidung für eine umweltfreundliche Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine Teilnehmerin reiste für die Silvestertour sogar von Edinburgh ohne Flug mit dem Zug an.

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