Alpine Welten: Oberstdorf – Zugspitze – erlebnisreiche Hüttentour

Es muss nicht immer die Alpenüberquerung sein –  die Wochentour von Oberstdorf bis zur Zugspitze ist ebenbürtig.

1. Tag:

Wir starten in Oberstdorf zum Nebelhorn hoch (dieses Jahr wegen der Baustelle der Seilbahn abgeänderte Tour).

Über das Koblatt am Großen Daumen vorbei bietet sich der Eingrundsee zum Badestopp an bevor wir die erste Hütte zur Übernachtung erreichen.

Die Schwarzenberghütte liegt an einem Südwesthang mit  uraltem Ahornbaumbestand und bietet einen schönen Blick auf den  König Hochvogel.

2. Tag:

Zunächst geht es hinunter zum Hintersteiner Tal. Hier ist es von Vorteil, wenn die Tour von einem ortskundigen Bergwanderführer geführt wird. Es ist bekannt, dass die Jagd- und Waldrechtler besonders im Allgäu seit Jahren verhindern, dass tolle Bergpfade nicht in Karten eingezeichnet werden und keine Wegeschilder  und Markierungen auf sehr schöne Pfade hinweisen. Offiziell beschildert würde es auf der Teerstraße bis zum E -Werk vorgehen um sich dann sich den Weg mit den vielen Tagesausflügler zum malerischen Schrecksee hoch zu teilen. Es gibt die nicht markierte Abkürzung ab Denkmal zum Speichersee hoch, aber ich favorisieren den Pfad über die Sattelhütte am Schänzlerkopf vorbei zum Jubiläumsweg hoch. Bevor man danach auf den Saalfelder Höhenweg trifft, kann man mit starken Teilnehmern die weglose  Überschreitung  Kastenkopf – Kälberspitzgipfel noch mitnehmen  und den herrlichen Blick zum Schrecksee hinunter genießen. Das Ziel ist dann die Landsbergerhütte, der kulinarische Höhepunkt der Tour. Natürlich gibt es auch eine Schlechtwetterroute, die jedoch auch mit 15 Km und 900 Hm 5- 6 Stunden beansprucht.  

3. Tag:

Kurz nach der Landsbergerhütte bietet sich die Schochenspitze (wenige Höhenmeter zusätzlich) für die erste Pause nach Grän an. Erfrischend ist ein kurzes Bad im Haldensee oder es geht gleich mit der Gränbahn hoch zum Füssener Jöchl. Nach der Mittagspause geht es mit schwindelfreien Teilnehmern noch zur Läuferspitze rauf. Wenn man den vielen Seilbahnwanderer zur Ottomayerhütte aus den Weg gehen will, besteht die Möglichkeit über das Hallengernjoch und  der Skitourenroute zur Otto-Mary-Hütte abzusteigen. Bewirtung Otto-Mary-Hütte ist ganz ok – gemütlich wäre auch die Musaueralm zum Übernachten und für den 4. Tag als Startpunkt noch besser geeignet. 

4. Tag

Es sind wenige Varianten auf dem 2 Stunden Abstieg zum Parkplatz Bärenfalle möglich. Das Gasthaus dort sucht immer noch einen Pächter. Nun folgt ein kurzer Taxitransfer zur Tegelbergbahn. Die Teilnehmer, die diesen sehr anstrengenden Tag etwas ruhiger angehen lassen wollen, fahren weiter nach Halblech und nutzen dann den Bus zur Kenzenhütte hoch. Von dort aus lassen sich die Wasserfälle oder auch der idyllische Wankfleck gemütlich erwandern. So ist Zeit zum Relaxen und zum Krafttanken für die letzten zwei Tage. Auf die anderen sehr konditionsstarken Teilnehmer wartet ab Tegelberggipfelstation einer der schönsten einsamen Wegesabschnitte der Ammergauer Alpen. Mit wenig Höhenmeter Verlust geht es zum Brandnerfleck. Von dort könnte die Tour bei schlechtem Wetter um 2-3 Stunden über das Lobental abgekürzt werden. Spannender sind die Pfade über den Gabelschrofen und Kenzenbergsattel zur Kenzenkütte, die auch mit zusätzlichen Gipfeln wie die Krähe und den Kenzenkopf aufwarten – für mich der Höhepunkt der Tour.

5. Tag

Frühmorgens starten wir 260 Höhenmeter zum Bäckeralmsattel hoch,  bevor es angenehm den Lösertalgraben zum Sägetalbach hinunter geht. Nicht weit vom Schloss Linderhof entfernt holt uns ein Taxi nach Garmisch ab. Am Wochenende herrscht dann schon ein Gedränge durch die Partnachklamm. Jedoch ab der Hinteren Klamm zur Bockhütte wird es wieder einsamer. Die Reintalangerhütte, der letzte Stützpunkt unserer Tour, ist wie immer gut besucht. Von dort aus besteht die Möglichkeit, den Partnachursprung zu besuchen oder, wenn bekannt, in den letzten geheimen blauen Gumpen zu baden. (Standort wird nicht verraten)

6. Tag

Der finale Tag zur Zugspitze hoch fordert nochmals eine gute Ausdauer – 1600 Höhenmeter nach oben. Interessant ist es, wenn der Führer auch von der herrlich weiten Rundumsicht alle Spitzen und Seen benennen kann. Wer die 1600 Hm abkürzen möchte, kann ab Sonnalpin mit der Seilbahn fahren. Dadurch verpasst man jedoch das Kennenlernen des Westgrates zur Zugspitze hoch, wo man auf die Klettersteiggeher vom Stopselzieher trifft und einen herrlichen Blick zu unserer Karibik, dem Eibsee erhält. Am Gipfel besuchen wir zunächst das unscheinbare Österreich Gipfelkreuz (Kein Wunder –  haben doch die Deutschen in den Kriegsjahren den etwas höheren Westgipfel weggesprengt.) Die Aussichtsplattform ist wie immer sehr voll. Deshalb geht es nur mit Geduld zum markanten goldenen Kreuz auf dem Ostgipfel hinüber – dem Endpunkt unserer abwechslungsreichen Tour.

Mein Fazit:

Ich empfehle, die Tour nächstes Jahr bei Alpine Welten zu buchen. Bei selbstständiger Organisation ist es kaum billiger zu machen. Zeitlich sollte es wegen einiger nordseitiger Schneefelder nicht zu früh im Jahr liegen. Ich werde mich da noch zwei Mal als Führer im Sommer 2021 eintragen.

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